Erdbeerbowle

Es gibt ebenso viele Anhänger der Walderdbeerbowle wie der aus Gartenerdbeeren bereiteten. Früher galt als Regel, dass die Erdbeeren nicht gewaschen werden sollen, weil das feinste Aroma oben auf der Haut sitzt. Das lässt sich jedoch mit unsern heutigen Ansichten von Hygiene und Sauberkeit nicht vereinbaren. Es möchten denn unsere eigenen oder noch viel zarteren Hände die köstlichen Beeren in strahlender Sonne an staubfreiem Platze gepflückt haben. Ist man gezwungen, Erdbeeren von Fremden zu kaufen, so müssen sie gewaschen werden. Gut abgetropft und an der Sonne getrocknet, erhalten sie sehr bald ihr herrliches Aroma wieder. In Italien liebt man es, nicht nur Zucker, sondern auch etwas Zitronensaft auf die Erdbeere zu geben. Die Saftabsonderung wird dadurch gefördert, Farbe und Aroma werden gehoben. Man reiche nie die ausgezogenen Früchte mit, sondern halte frische gezuckerte bereit, um auf Wunsch einige in die Gläser zu geben. Nie soll man die Erdbeeren zerquetschen, die Früchte sehen in ihrer natürlichen Gestalt im Wein viel lieblicher aus als ein trübes Erdbeermus. Man gibt zur Erdbeerbowle Krebse, Geflügel, wohl auch Wild. Die Erdbeerbowlen erfordern Kellertemperatur, vielleicht auch noch etwas mehr Kälte.

Erste Art, einfach

Auf vier Flaschen leichten Weißweins rechne man ein halbes Liter Erdbeeren ohne Zucker. Ein halbes Stündchen ziehen lassen, durchseihen und höchsten in Kellertemperatur mit oder ohne Zusatz von Sekt und von einigen frischen Erdbeeren in großen Becher auftragen.

Zweite Art

Zwei Flaschen Mosel-, zwei Flaschen Rheinwein und zwei Flaschen deutschen Rotwein mischt man mit Zuckerlösung nach Belieben, fügt ein viertel bis ein halbes Liter großer, reifer, sauber gewaschener und eine Stunde vorher eingezuckerter Gartenerdbeeren vorsichtig dazu, lässt noch eine halbe Stunde ziehen, stellt die Bowle kalt, bis sie etwas kühler als Kellertemperatur ist, gießt eine Flasche Sekt hinzu und trägt, sofort nach Ersatz der ausgezogenen durch frische Früchte, auf.

Dritte Art, Strohwitwerlabe

Im Eiskeller kühlt man größere Becher, indem man sie umgekehrt eine Minute unter das Eis taucht; dann füllt man das Glas halb mit gezuckerten Erdbeeren und gießt es mit gut gekühltem Sekt voll.

Vierte Art, Pariser System

Wird von Gartenerdbeeren bereitet, die in Curacao eingelegt wurden; als Wein nimmt man roten Bordeaux.

Fünfte Art, Familienrezept

Ein Liter Erdbeeren, zwei Flaschen Moselwein, eine Flasche Rheinwein, Zucker nach Geschmack, eine Flasche Sauerbrunnen.