Pfirsichbowle
Eine Pfirsichbowle sollte stets von zarter Hand bereitet und nur andächtigen, verständnisvollen Trinkern kredenzt werden, denen man dazu Forellen, Fasane oder etwas ähnliches Gutes auftischt.
Erste Art
Man schäle mit einem Obstmesser zu jeder Flasche Rheinwein eine größere reife Pfirsichfrucht, zerlege sie, schneide das Fleisch, das unmittelbar am Kern sitzt, heraus, weil es einen bitteren Geschmack hat, und übergieße sie, ohne zu rühren, mit dem Weine. Aufgelöster Zucker ist nach Geschmack zuzusetzen. Die Bowle lässt man etwa zwei Stunden ziehen und setzt dann ein Viertel bis ein Sechstel eingekühlten Sekt zu. Gibt man ein Glas Pfirsichbowle als Zwischentrank bei Tische, so kann man auch einen besseren Rheinwein und mehr Sekt nehmen.
Zweite Art, Oberstleutnant
Sechs Pfirsiche mit der Schale schneide man mit dem Bronzemesser in Viertel, lasse sie eine halbe Stunde auf ein Eis stehen, gieße dann zwei Flaschen leichten Rotweins, nach einer Viertelstunde eine halbe Flasche Burgunder und nach wieder einer Viertelstunde eine Flasche Sekt dazu
Dritte Art, Pumpus von Perusia
In ein Viertelliterglas lege eine schöne, reife Pfirsich und durchstich sie zwanzig- bis dreißigmal mit einer silbernen Gabel. Darauf fülle das Glas mit gutem, kaltem Champagner a) direkt aus dem Keller im Hause; ist zufälligerweise keiner vorhanden, dann b) borge ihn von einem guten Freunde. Im ersteren Falle bekommst du einen guten, im zweiten einen sehr billigen „Trank voll süßer Labe“.


