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Das Garwerden der auf dem Herde angekochten Gerichte durch Einstellen der Töpfe in die Kochkiste, ohne sie weiterer Feuerung auszusetzen, wird dadurch ermöglicht, dass der auf dem Herde erreichte Hitzegrad dem Gerichte während mehreren Stunden nahezu erhalten bleibt, weil der Füllstoff der Kiste die Hitze nicht entweichen lässt, sondern zusammenhält. Zur Erreichung dieses Zweckes müssen sowohl die Kiste selbst als auch die dazu nötigen Töpfe bestimmten Forderungen entsprechen; ebenso ist eine genaue und sorgsame Anwendung der Kochkiste nötig. Deshalb zunächst einiges über die Herstellung einer Kochkiste.

Da die in allen Haushaltsgeschäften fertig zu habende Kochkisten für die rechnende Hausfrau zu teuer sind, so wird sich dieselbe eine solche Kocheinrichtung mit ganz geringem Kostenaufwande selbst herstellen, und zwar auf folgende Weise:

Jede alte Kiste lässt sich dazu verwenden; sie muss nur die entsprechende Größe haben, fest und haltbar sein. Hat sie Risse, so ist die Kiste zunächst mit Zeitungspapier gut auszukleben oder mit irgendeinem Stoffe, der im Haushalte gerade vorhanden ist, auszukleiden. Ferner muss sie mit einem festen, womöglich an drei Seiten übergreifenden Deckel versehen werden, der vorn mittels Verschlussvorrichtung zu befestigen ist.
Da das Füllmaterial der Kiste die ihr übergebene Hitze festhalten, also ein schlechter Wärmeleiter sein soll, so verwendet man dazu geeignete Stoffe wie Heu, Holzwolle u. Beim Ausstopfen der Kiste verfährt man folgendermaßen:
Der Boden wird mit einer Schicht Heu belegt, die nach tüchtigem Feststampfen etwa 6 cm dick sein muss. Darauf setzt man den oder die für die Kiste bestimmten Töpfe und stopft um dieselben herum ebenfalls Heu (oder was man eben als Füllstoff verwendet), immer kleine Mengen auf einmal nehmend, so fest, dass beim Herausnehmen des Topfes die Form der entstandenen Höhlung sich gar nicht verändert. Die jeden Topf umgebende Schicht muss auf allen Seiten 6 cm stark sein. Will man also die Kochkiste für 2 oder 3 Töpfe einrichten, so muss man also die Kochkiste für 2 oder 3 Töpfe einrichten, so muss sie groß genug sein, damit die nötigen Zwischenräume entstehen können. Oben muss so viel Raum bleiben, dass ein mit Heu ausgestopftes, ebenfalls 6 cm dickes Kissen Platz hat.
Es ist nötig, dass dieses Kissen einen waschbaren Überzug habe; auch empfiehlt es sich, um die Heuschicht, die die Höhlungen für die Töpfe bildet, einen waschbaren Stoff zu machen, der an den Seiten der Kiste festgezweckt wird. Von Zeit zu Zeit ist der Füllstoff der Kiste zu erneuern. Heu eignet sich deshalb am besten, weil es sich am festesten stopfen lässt. Es muss nur darauf geachtet werden, dass man ganz trockenes Heu verwendet.

Anforderungen an die Töpfe für die Kochkiste:
Sie müssen möglichst geradwandig sein, damit sie die Höhlungen in der Kiste gut ausfüllen; gerner nach innen greifende, fest schließende Deckel und möglichst bewegliche Henkel, die sich nach oben umlegen lassen, haben, weil Henkel, die nach der Seite abstehen, in der Höhlung der Kiste störend sind. In der wünschenswerten Art sind sie nur in Emaille zu haben; irdene Töpfe, die in der Anschaffung billiger sind, würden natürlich auch zu verwenden sein; nur müssten dann die Höhlungen in der Kiste gleich danach eingerichtet werden. Es ist wünschenswert, dass alle für eine Kochkiste bestimmten Töpfe die gleiche Höhe haben.

Für die richtige Benutzung der Kochkiste ist folgendes wichtig:
Da die Kochkiste nur dann ihren Zweck erfüllen kann, wenn die darin gar zu machenden Gerichte den vorher auf dem Herde erreichten Kochgrad möglichst behalten, so ist ein schnelles Einstellen der Töpfe sehr wichtig. Das ist nur möglich, wenn die Kochkiste direkt neben dem Her bereitgestellt worden ist, und zwar geöffnet.
Die Länge der Vorkochzeit, die sich nach der verschiedenen Beschaffenheit der Nahrungsmittel richtet (die folgenden Rezepte geben sie immer an), muss genau beachtet werden. Beim Vorkochen ist das Anbrennen sorgfältig zu verhüten. Allen, besonders aber den quellenden Nahrungsmitteln, ist gleich die genügende Flüssigkeit beizufügen; doch darf es auch nie zu viel sein, weil in der Kochkiste nichts verdampft (einkocht). Salz darf beim Ankochen der Gerichte nie vergessen werden; überhaupt sind schon beim Vorkochen alle zum Rezept gehörigen Zutaten an die Gerichte zu tun, ausgenommen Essig an Hülsenfrüchte.
5 Minuten vor dem Einstellen der Töpfe dürfen die Deckel nicht wieder abgenommen werden; im vollsten Wallen müssen die Gerichte in die Kiste kommen.
Um die Umkleidung der Polsterung möglichst sauber zu halten, sind die angerußten Topfböden vor dem Einstellen abzuwischen, und damit hierbei die Gerichte nicht aus dem Kochen kommen, das Verfahren also möglichst schnell gehe, ist neben die Kochkiste ein Schemel mit daraufliegendem feuchten Scheuerhader zu stellen, über den man mit dem Topfboden hingleitet. Die Töpfe müssen möglichst voll gefüllt sein, weil dann viel Hitze festgehalten wird. Will man bei einer Kiste mit mehreren Töpfen nur einen Topf zur Herstellung der Mahlzeit benutzen, so müssen die übrigen Töpfe, mit kochendem Wasser gefüllt, in die leeren Öffnungen gestellt werden.
Sofort nach dem Einstellen der Töpfe wird das Kissen darauf gelegt und die Kiste fest geschlossen. Sie darf bis zum Herausnehmen der fertigen Gerichte nicht wieder geöffnet werden.
Nach Gebrauch der Kochkiste lasse man sie eine zeitlang offen stehen und an trockenem Orte gut auslüften.

Vorzüge der Kochkiste.
1. Die Gerichte können mit dem Morgenkaffee bei einem Feuer angekocht werden; sie brauchen dann kein besonderes Heizmaterial; ferner beanspruchen die Gerichte in der Kochkiste keine Zeit der Hausfrau, zum Überwachen. Die Kochkiste erspart also Feuerung, Zeit und somit auch Geld.
2. Sie verhindert Überkochen, Einkochen, Zerkochen und Anbrennen der Gerichte.
3. Die Nahrungsmittel werden in der Kochkiste besser aufgeschlossen als auf dem Herde und darum leichter verdaulich.
4. Den Gerichten wird durch den festen Verschluss in der Kochkiste das volle Aroma erhalten, sie werden deshalb schmackhafter als auf dem Herde, soweit sie sich in der Kochkiste herstellen lassen. Es ist nur ein schnelles Braten und Backen ausgeschlossen.
5. Die Kochkiste erhält alle Gerichte lange warm. Es schadet auch den meisten Gerichten nicht, wenn sie, nachdem sie gar sind, noch längere Zeit darin bleiben.
6. Die Gerichte können in der Kochkiste mitgenommen werden aufs Feld, auf den Bau, in die Fabrik, auf Landpartien u.; in den ersteren Fällen wird der oft weite Hin- und Rückweg zur Wohnung gespart, die Zeit kann zur Ruhe verwendet werden.
7. Die Kochkiste dient nicht nur zum Garmachen von Gerichten, sondern sie ist auch wertvoll zum Warmhalten von Wasser oder auch Kaffee, wenn beides recht heiß hineingestellt wird.
8. In der Kochkiste werden die Töpfe sehr geschont und sind leicht zu reinigen.

Aus alledem leuchtet wohl ein, dass die Kochkiste in keinem Haushalte fehlen sollte, vor allem nicht in dem derjenigen Hausfrauen, die am Vormittage vom Hause ferngehalten sind, sei es durch Arbeit zum Erwerb oder durch soziale oder sonstige Pflichten.

Eine noch einfachere Art, Gerichte nur anzukochen und dann durch Erhaltung der gewonnen Hitze gar werden zu lassen, besteht darin, fünf Bogen Zeitungspapier dicht um den fest verschlossenen Topf zu binden (Papier ist ebenfalls ein schlechter Wärmeleiter).
Für den täglichen Gebrauch ist diese Art des Garmachens aber weniger zu empfehlen, weil das sorgfältige Einpacken ziemlich viel Zeit beansprucht.

Unter den nachfolgenden Rezepten steht neben der Vorkochzeit die Kochzeit, das ist die Zeit, während welcher die Gerichte unberührt in der Kochkiste stehen müssen. –
Alle Rezeptzutaten sind reichlich bemessen. Die kleineren Mengen der Zutaten sind alle nach Esslöffeln angegeben.
Für Sauce wird immer Beiguss gesagt.
Unter Gwd. (Gewürzdosis) ist zu verstehen: die Zusammenstellung von 4 Pfefferkörnern, 2 Gewürzkörnern, 1 Nelke und ¼ Lorbeerblatt. Bei dieser Zusammenstellung schmeckt keines der Gewürze vor.
Die Esslöffel (abgekürzt Eßl.) können verschieden voll genommen werden. In den Rezepten sind sie nicht ganz glatt abgestrichen, sondern nach der Mitte zu ein wenig erhöht gemeint.
1 Eßl. Salz = 12 g
1 Eßl. Mehl = 10 g
1 Eßl. Zucker = 15 g
1 Eßl. Grieß = 15 g
1 Eßl. Fett = 20 g
1/8 l Flüssigkeit = 8 Eßl.

 


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