Demeter – Pro und Contra

Immer mehr Konsumenten legen Wert darauf, dass landwirtschaftliche Produkte ökologisch und nachhaltig angebaut wurden. Gerade bei tierischen Produkten wird der Wunsch nach einer artgerechten Haltung größer. Zugleich sorgen Skandale wie der Verkauf von fälschlicherweise als „Bio“ deklarierten Eiern zu Verunsicherung und wer sich mit den Richtlinien beschäftigt, muss sich die Frage stellen, ob eine „Bio“-Legehenne tatsächlich ein lebenswertes Leben führen kann. Anbauverbände wie Demeter, Bioland und Naturland werben zu Recht mit härteren Richtlinien und scheinen deswegen eine geeignete Alternative zum Bio-Siegel zu sein, das inzwischen aus den Einkaufswagen der meisten Deutschen nicht mehr wegzudenken ist. An dieser Stelle soll Demeter näher beleuchtet werden.

Was ist Demeter?
Demeter ist ein anerkannter Bioverband, der sich der biologisch-dynamischen Landwirtschaft verschrieben hat. Im Gegensatz zum rein biologischen Anbau kommt hier also eine anthroposophische Komponente, basierend auf den Lehren Rudolf Steiners (auch verantwortlich für Waldorf-Schulen) hinzu.

Sind die Regeln tatsächlich strenger?
Ja – mit leichten Einschränkungen. Demeterbetriebe müssen Richtlinien einhalten, die nicht nur über die von der EU für das Bio-Siegel vorgesehene, sondern auch von den verbandseigenen Regeln von Naturland und Bioland hinausgehen. So ist es bei Demeter als einzigem Verband nicht erlaubt, Rindern die Hörner zu stutzen. Gleichzeitig müssen die gezüchteten Arten Hörner besitzen. Auch das Kupieren von Schaf- und Schweineschwänzen ist genauso verboten wie das Stutzen von Schnäbeln bei Hühnern. Bei der Verarbeitung sind außerdem weniger Zusatzstoffe erlaubt und auch der pflanzliche Anbau ist stärker reglementiert als bei anderen Bioverbänden.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit von Betrug?
Die Einschätzung ist subjektiv, aber um bei Demeter mitzumachen, muss ein Bauer von der Grundidee sehr überzeugt sein. Demeter kontrolliert wie alle anderen Verbände zwar auch nur jährlich, allerdings hängt an Demeter eine Weltanschauung und es ist nicht erlaubt, nebenbei konventionelle Landwirtschaft zu betreiben.

Gibt es Nachteile?
Ein wirklicher Nachteil ist es für den Konsumenten wohl nicht, aber bei Demeter ist die anthroposophische Komponente auch in der Landwirtschaft entscheidenden. Dies reicht über verschiedene Präparate bis hin zum Ausrichten nach Mondphasen. Der Qualität der Produkte tut das allerdings keinen Abbruch. Ein erheblicher Kritikpunkt ist allerdings, dass Anbindehaltung bei Demeter immer noch nicht verboten worden ist. Dass selbst die EU ab 2014 bei Bioprodukten einen Verzicht derselben fordert, zeigt, wie kritisch dieser Punkt ist. Die Preise sind außerdem vergleichsweise hoch, scheinen jedoch gerechtfertigt. Da Demeter bevorzugt Naturkostläden beliefert, sind die Produkte teils nicht ganz leicht zu bekommen.

vor 2 Jahren